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14.11.2011Covadonga Verlag

Albina ist da

662.gifJacques Faizant (1918‒2006) zählt zur Garde der großen französischen Humoristen. Bekannt war er vor allem als Karikaturist, dessen politische Zeichnungen fast vierzig Jahre lang Tag für Tag auf der Titelseite von Le Figaro erschienen. Darüber hinaus schrieb er mehrere Drehbücher und eine Reihe von ihm selbst illustrierte Romane. Seine große Leidenschaft jedoch, es ist aus jeder Zeile eines kleinen, bereits 1968 veröffentlichten Bands mit Erzählungen spürbar, gehörte dem Velo mit Rennlenker und Kettenschaltung. „Albina und das Fahrrad“ heißt das zeitlose Werk und liegt nun erstmals komplett in einer deutschen Übersetzung von Una Pfau vor (Covadonga Verlag 2011, ISBN 978-3-936973-66-2, EUR 12,80). In fünfunddreißig Geschichten voller Komik, Poesie und Leichtigkeit erzählt Jacques Faizant, der passionierte Randonneur mit dem Faible für ausgedehnte Reisen und die langen Strecken, von der Bekehrung einer amerikanischen Studentin zum Fahrradfahren. Von den schmerzhaften Lektionen, die sie zu lernen hat. Von den Abenteuern, die sie und andere Velo-Enthusiasten mit Autofahrern, Hoteliers und Werkstattbesitzern erleben, mit den Tücken der Technik, Gewichtsproblemen und Hungerästen. Und schließlich auch von Albinas großer Tour durch Frankreich und die Pyrenäen. Das alles liest sich dank Faizants feinen Humors, dank seines Gespürs für die Befindlichkeiten der Rad-wanderer und Hobbyradsportler wie eine Ode an das Fahrrad. Und an jene beneidenswerte Gemeinschaft, die auf ihm ihre schönsten Stunden verbringt.

Ausnehmend frech, jung und blond. Ein Mädchen aus Alabama in Paris. Das ist Albina. Eigentlich war sie ja nach Frankreich gekommen, um orientalische Sprachen zu studieren. Doch eine „Entführung“ in die Hallen einer großen Fahrradausstellung ändert alles. Zuerst wehrt sie sich noch mit Händen, Füßen und Mundwerk dagegen, ihren kostbaren Hintern jemals auf einen dieser harten, schmalen Sattel zu schmiegen, doch bald packt auch sie das Radsportfieber. Mit ihrem maßgefertigten neuen Tourenrennrad erobert Albina im Sturme das Land und die Herzen ihrer Gastgeber. Und lernt dabei jene sonderbare Spezies kennen, die jede freie Minute am liebsten im Wind-schatten anderer Velofreunde verbringt. Das erweist sich als ein praktisches Studium eigentümlicher Riten und sonderbarer Vokabeln, das mit etlichen Entbehrungen verbunden ist. Doch mehr noch mit ungeahnten Freuden. Und so ist es bald die Novizin Albina, die mit Kennermiene das Treiben weniger geübter Pedaltreterinnen kommentiert: „Manche Frauen haben genau die Zellulitis, die sie verdienen.“

Augenzwinkernd entlarvt Jacques Faizant in „Albina und das Fahrrad“ die Marotten der Velomanen ebenso wie die Unzulänglichkeiten der Velophobiker – auf eine Weise, die auch nach mehr als vierzig Jahren noch immer mit großer Treffsicherheit verzaubert. Der Leser merkt schnell: So viel hat sich seit Ende der 1960er, als „Albina et la bicyclette“ im Original erschien, offenbar nicht verändert. Zumindest nicht am Kern der Dinge. Mit vielem in diesem Buch verhält es sich denn auch wie mit den Riemenpedalen, die Albina ihr neues Radfahrerinnenleben mehr als ein Mal erschweren. So was fährt heutzutage natürlich kaum noch jemand. Das Problem indes bleibt trotz Klickpedalen dasselbe: Der Anfänger, der vergisst, dass er seine Füße nicht einfach so vom Pedal heben kann, lernt eine gleichermaßen schmerzliche wie peinliche Lektion. Das war 1968 in Paris so, und es ist auch 2012 in Berlin oder Bimbach so …

Jacques Faizant:
Albina und das Fahrrad

Aus dem Französischen von Una Pfau

Covadonga Verlag, 2011
ISBN 978-3-936973-66-2

Broschur; 270 Seiten im Format 21 cm x 14,8 cm

Ladenpreis:
EUR 12,80 [D]
EUR 13,20 [A]
SFr 23,50




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