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01.11.2007Covadonga Verlag

Publikumspreis für Sportsfreund Lötzsch

co121.gifIm Rahmen des 50. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm war erstmals auch "Sportsfreund Lötzsch" zu sehen. Offenbar mit enormem Erfolg. Für Wolfgang Lötzsch gab es stehende Ovationen, für den 85-minütigen Dokumentarfilm von Sandra Prechtel und Sascha Hilpert den Publikumspreis.

Im Festivalkatalog heißt es zu "Sportsfreund Lötzsch":
"Er war begnadet" meint sein ehemaliger Trainer. Dennoch sagte man ihm in der DDR: "Du nicht." "Sportfreund" Wolfgang Lötzsch aber entgegnete: "Ich doch". Der Radsportler aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) fällt auf Grund seiner kritischen Haltung Staat und Partei gegenüber in den 70er Jahren in Ungnade und wird aus dem Fördersystem Hochleistungssport ausgeschlossen. Lötzsch aber trainiert auf eigene Faust weiter. Im Leipziger Amateursport findet er einen Unterstützer, der seine Karriere für ihn opfert. Eine treue Fanschar feuert ihn an, wenn er als unerwünschter Außenseiter bei Rennen antritt – und stets gewinnt. Der operative Vorgang "Speiche" wird erst zu den Akten gelegt, als Lötzsch nach Gefängnisaufenthalt und zermürbenden Jahren des einsamen Trainings schließlich klein beigibt – zumindest in den Augen der Oberen … Aus der Sicht der Beteiligten, Trainer, Ex-Frauen, Stasi-Major, setzt sich Stück für Stück eine Geschichte zusammen, in der es weder Schwarz noch Weiß, Gut noch Böse gibt. Der Held wird – vor allem in Bildern aus seinem Alltag – als Mensch mit Widersprüchen dargestellt, ein Besessener, der nichts wollte als Rad fahren. Jeder, der hier spricht, hatte vielfältige Motive für sein Handeln. Der Film macht deutlich, wie abseits der großen Politik ein erbitterter Kampf um symbolisches Kapital stattfand. Über die Begriffe Widerstand und Anpassung wird man noch lange nachdenken müssen.

In Buchform ist die Autobiografie von Wolfgang Lötzsch natürlich weiterhin bei Covadonga zu haben.




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